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Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Frankfurt am Main-Zeilsheim

Berichte

31.10.2015

Öku­me­ni­scher Got­tes­dienst am Re­for­ma­ti­ons­tag

Bild zu Text

Pfr. Ul­rich Matt­hei und Ge­mein­de­re­fe­rent Mar­tin Roß­bach

Auch in die­sem Jahr lud die Ar­beits­ge­mein­schaft Christ­li­cher Kir­chen am Re­for­ma­ti­ons­tag (31. Ok­to­ber) evan­ge­li­sche und kat­ho­li­sche Chris­ten in Zeils­heim zu ei­nem öku­me­ni­schen Got­tes­dienst ein. Er wur­de in der evan­ge­li­schen Kir­che im Fran­ken­tha­ler Weg ge­fei­ert. Das Mot­to lau­te­te „Re­for­ma­ti­on und Frei­heit”. Die Li­tur­gie wur­de von den bei­den ACK-Vor­sit­zen­den Chris­ta Schleich und Die­ter Jung so­wie den Da­men An­drea Möl­ler und Han­ne­lo­re Scharf mit­ge­stal­tet. Li­tur­gen wa­ren Pfar­rer Ul­rich Mat­thei von der evan­ge­li­schen und Ge­mein­de­re­fe­rent Mar­tin Roß­bach von der kat­ho­li­schen Ge­mein­de. Die Got­tes­dienst­be­su­cher san­gen ein­drucks­vol­le Kir­chen­lie­der wie das Re­for­ma­ti­ons­lied „Ei­ne fes­te Burg ist un­ser Gott”, die von Ul­ri­ke Gug­gen­ber­ger als Or­ga­nis­tin be­glei­tet wur­den. Im Mit­tel­punkt der Fei­er stan­den zen­tra­le Text­stel­len aus der Hei­li­gen Schrift, die zur The­ma­tik „Re­for­ma­ti­on und Frei­heit” pass­ten. Pfar­rer Mat­thei hielt ei­ne theo­lo­gisch ge­halt­vol­le Pre­digt. Da­zu der fol­gen­de Text, den er vor­ab für die­sen Be­richt zur Ver­fü­gung stellte:

Wenn wir nach den theo­lo­gi­schen Grund­ein­sich­ten des Re­for­ma­tors Mar­tin Lut­her fra­gen, dann be­steht für die ge­sam­te Öku­me­ne ein Grund zum Fei­ern. Schließ­lich woll­te Lut­her kei­ne neue Kir­che grün­den. Er sah sich auch nicht als Staats­mann. Sei­ne bahn­bre­chen­de re­for­ma­to­ri­sche Er­kennt­nis ge­wann er als Bi­bel­wis­sen­schaft­ler: Wir wer­den al­lein aus Glau­ben, al­lein durch Je­sus Chris­tus, al­lein durch die Gna­de Got­tes und al­lein durch die Hei­li­ge Schrift ge­recht­fer­tigt, d.h. als Got­tes ge­lieb­te Kin­der an­ge­nom­men. Lut­her ging es um die not­wen­di­ge Er­neue­rung der ei­nen, hei­li­gen, all­ge­mei­nen und apos­to­li­schen Kirc­he. Auch wir fra­gen uns heu­te: Wie hat Je­sus Chris­tus die Kir­che ge­wollt? Für Mar­tin Lut­her stan­den fol­gen­de Grund­ein­sich­ten fest:

  1. Die Rück­be­sin­nung auf die bib­li­sche Bot­schaft durch die le­ben­di­ge Kraft des Wor­tes Got­tes.
  2. Der un­be­ding­te Vor­rang von Got­tes Gnad­e und sei­ner Barm­her­zig­keit vor al­lem mensch­li­chen — aber auch un­mensch­li­chem — Tun und Wollen.
  3. Die er­fahr­ba­re Frei­heit, die je­der durch die Ver­ge­bung der Sün­den er­hält. Je­der Mensch ist durch Got­tes Wort und sei­ne Ge­bo­te zur Mit­ver­ant­wor­tung auf­ge­rufen….

Ge­ra­de weil wir als Chris­ten auf den drei­ei­ni­gen Gott ge­tauft wur­den und am En­de al­ler Ta­ge die Wie­der­kunft un­se­res ge­mein­sa­men Herrn er­war­ten, kön­nen nicht kul­tu­rel­le, po­li­ti­sche und psy­cho­lo­gi­sche Macht­fak­to­ren den ge­mein­sa­men Glau­bens­grund ver­dunkeln.

Die Ge­mein­de be­te­te nach den Für­bit­ten das al­le Chris­ten der ver­schie­de­nen Kon­fes­sio­nen ver­bin­den­de Va­ter­un­ser. Die bei­den Li­tur­gen spra­chen das Se­gens­ge­bet. Die Kol­lek­te im Re­for­ma­ti­ons­got­tes­dienst wur­de dem evan­ge­li­schen Gus­tav-Adolf-Werk für die dia­ko­ni­sche Ar­beit über­geben.

Dr. Wilhelm Platz