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Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Frankfurt am Main-Zeilsheim

Berichte

25.05.2015

Öku­me­ni­scher Pfingst­got­tes­dienst in Zeils­heim

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Pfr. Martin Sauer

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Pfr. Ulrich Matthei

Am Pfingst­fest er­in­nert sich die Chris­ten­heit welt­weit an die Grün­dung der Kir­che vor über 2000 Jah­ren. Zwar hat sich die ei­ne Kir­che Je­su Chris­ti im Lauf der Ge­schich­te in zahl­rei­che Kon­fes­sio­nen ge­spal­ten, doch in der öku­me­ni­schen Be­we­gung fei­ern und ar­bei­ten vie­le die­ser Ge­mein­schaf­ten zu­sam­men und ver­su­chen, der Ein­heit wie­der nä­her zu kom­men. Auch in Zeils­heim le­ben heu­te evan­ge­li­sche und kat­ho­li­sche Gläu­bi­ge in Freund­schaft und ver­söhn­ter Ver­schie­den­heit zu­sam­men. Und sie fei­ern in je­dem Jahr am Pfingst­mon­tag ei­nen fest­li­chen Öku­me­ni­schen Got­tes­dienst mit an­schlie­ßen­der Be­geg­nung, so auch in die­sem Jahr – wie üb­lich im Wech­sel mit der evan­ge­li­schen Ge­mein­de – in der kat­ho­li­schen Pfarr­kir­che St. Bart­ho­lo­mäus und im ge­gen­über­lie­gen­den kat­ho­li­schen Pfarr­ge­mein­de­zen­trum. Der Got­tes­dienst, dem die Pfar­rer Mar­tin Sau­er und Ul­rich Matt­hei als Li­tur­gen vor­stan­den, wur­de mit dem Ge­läut der Kir­chen­glo­cken be­gon­nen und von schö­nen pfingst­li­chen Ge­mein­de­lie­dern um­rahmt.

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Rolf Klinkler

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Maria Abt-Schilling

„Gott baut ein Haus, das lebt, aus lau­ter bun­ten Stei­nen” war das The­ma der Fei­er, das von ver­schie­de­nen Sei­ten be­leuch­tet und in­ter­pre­tiert wur­de. Die von Rolf Klink­ler vor­ge­tra­ge­ne Le­sung aus dem ers­ten Brief des Apos­tels Pe­trus ver­deut­lich­te den Got­tes­dienst­be­su­chern, dass Je­sus Chris­tus der le­ben­di­ge Stein ist, dem die Chris­tin­nen und Chris­ten nach­fol­gen. „Kommt zu ihm, dem le­ben­di­gen Stein, der von den Men­schen ver­wor­fen, aber von Gott aus­er­wählt und ge­ehrt wor­den ist. Lasst euch als le­ben­di­ge Stei­ne zu ei­nem geis­ti­gen Haus auf­bau­en…”. Das war die zen­tra­le Aus­sa­ge der Hei­li­gen Schrift, an der sich der dies­jäh­ri­ge Öku­me­ni­sche Pfingst­got­tes­dienst in Zeils­heim sei­ner in­halt­li­chen Ge­stal­tung nach orien­tier­te. Es gab kei­ne Pre­digt, son­dern vier State­ments von en­ga­gier­ten Lai­en aus bei­den Kir­chen­ge­mein­den, die zu den Ein­zel­the­men Nach­bar­schaft, Ca­ri­tas, Mu­sik und Öku­me­ne vor­ge­tra­gen wur­den, und die per­sön­li­che Ge­dan­ken und Em­pfin­dun­gen zum We­sen der Kir­che Jesu Chris­ti dar­legten.

Zur The­ma­tik der Nach­bar­schaft äu­ßer­te sich Ma­ria Abt-Schil­ling. Sie be­rich­te­te, dass es in der kat­ho­li­schen Ge­mein­de Zeils­heim ei­nen Nach­bar­schafts­kon­takt­kreis gibt. „Heu­te be­su­chen et­wa 40 Frau­en und Män­ner äl­te­re Men­schen und über­brin­gen Grü­ße aus der Pfar­rei.”. Frau Abt-Schil­ling sag­te: „Weit mehr als al­le noch so schö­nen Din­ge stützt uns aber der Trost gu­ter Men­schen, das auf­rich­ti­ge Wort und die hilf­rei­che Hand oder ein­fach nur die schwei­gen­de Nähe.”.

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Angelika Leipold

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Dorothee Thrun

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Christa Schleich

An­ge­li­ka Lei­pold wies auf die Be­deu­tung der Ca­ri­tas­ar­beit hin. Sie schil­der­te ein­drucks­voll, was al­les im Be­reich der Lie­bes­tä­tig­keit der Ge­mein­den in Zeils­heim ge­schieht: Sie er­klär­te, es ge­he da­bei so­wohl um die ein­hei­mi­schen Men­schen als auch um die Im­mi­gran­ten, de­nen in ih­ren Not­la­gen ge­hol­fen wer­den müsse.

Die trotz ih­res fort­ge­schrit­te­nen Al­ters sehr en­ga­gier­te evan­ge­li­sche Chris­tin Do­ro­thee Thrun wand­te sich in ih­rem State­ment der Mu­sik zu. Sie be­zog sich in ih­rer Be­trach­tung auf die in bib­li­schen Tex­ten ent­hal­te­nen Lie­der und die Dich­tun­gen christ­li­cher Au­to­ren wie Paul Ger­hard und mein­te: „Ih­re Mu­sik be­glei­tet uns durch al­le un­se­re Hö­hen und Tie­fen. In der Mu­sik kön­nen wir Got­tes Nä­he spü­ren: Für mich ist das ein Ge­schenk Gottes!”.

Chris­ta Schleich, die kat­ho­li­sche Vor­sit­zen­de der Ar­beits­ge­mein­schaft Christ­li­cher Kir­chen Zeils­heim, be­han­del­te das The­ma Öku­me­ne. Sie er­läu­ter­te un­se­re Mit­wir­kung am Bau der Kir­che, wand­te aber kri­ti­sch ein, dass wir Chris­tin­nen und Chris­ten letzt­lich oh­ne die Hil­fe Got­tes das Haus nicht bau­en kön­nen, „… doch Gott selbst baut die­se le­ben­di­ge Kir­che. Er gibt uns sei­nen Geist, der uns er­mu­tigt und be­fä­higt, dass je­der sei­nen in­di­vi­duel­len Platz in ihr fin­den und auf sei­ne Art und Wei­se zur Ge­mein­schaft bei­tra­gen kann. Wir sind die le­ben­di­gen Stei­ne, die er mit­ein­an­der ver­bin­det und durch sei­nen Sohn Je­sus Chris­tus, den Eck­stein, zu­sam­men hält.”.

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Wäh­rend der State­ments wur­den an den Stu­fen des Al­tars Stei­ne nie­der­ge­legt. Die Got­tes­dienst­be­su­cher wur­den ge­be­ten, die­se Stei­ne mit nach Hau­se zu neh­men und sie mit ei­ner Be­schrif­tung und / oder Far­be zu ge­stal­ten – zur Er­in­ne­rung an den Öku­me­ni­schen Pfingst­got­tes­dienst 2015. Die Fei­er en­de­te mit dem Se­gen der bei­den Pfar­rer und dem Ge­sang des Lie­des „Gro­ßer Gott, wir lo­ben dich”. Im Pfarr­ge­mein­de­zen­trum gab es beim ge­mein­sa­men Mit­tag­es­sen gu­te und freund­schaft­li­che Ge­sprä­che. Ein herz­li­cher Dank gilt al­len, die den Got­tes­dienst vor­be­rei­tet und ge­stal­tet ha­ben, und na­tür­lich auch den Per­so­nen, die für Speis und Trank ver­ant­wort­lich zeichneten.

Dr. Wilhelm Platz