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Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Frankfurt am Main-Zeilsheim

Berichte

07.10.2014

Die Öku­me­ne in Frank­furt

Einladung Die Ökumene in Frankfurt 07.10.2014

Bild zu Text

Dekanin Dr. Ursula Schoen,
Vorsitzende der ACK Frankfurt

Über die­ses The­ma re­fe­rier­te die Vor­sit­zen­de der ACK Frank­furt am 7. Ok­to­ber im Rah­men ei­ner ge­mein­sa­men Ver­an­stal­tung von ACK und KFB im Evan­ge­li­schen Ge­mein­de­zen­trum Zeils­heim. De­ka­nin Dr. Ur­su­la Schoen be­rich­te­te ein­gangs, dass sie als Kind im Rhein­land noch die Zeit er­leb­te, als es zwi­schen evan­ge­li­schen und kat­ho­li­schen Chris­ten star­ke Span­nun­gen, ja Feind­schaf­ten gab. In den Be­zie­hun­gen zwi­schen den christ­li­chen Kon­fes­sio­nen ha­ben sich seit dem Zwei­ten Va­ti­ka­ni­schen Kon­zil, das von 1962 bis 1965 in Rom tag­te, we­sent­li­che Ver­bes­se­run­gen er­ge­ben. Heu­te sind wir auf ei­nem Weg des Dia­logs und der Ver­söh­nung an­ge­kom­men, ob­wohl es noch man­che theo­lo­gi­sche Dif­fe­ren­zen gibt, an de­ren Be­sei­ti­gung eif­rig ge­ar­bei­tet wird.

In­ter­es­sant wa­ren die Aus­füh­run­gen der Re­fe­ren­tin über die his­to­ri­sche Ent­wick­lung der Öku­me­ne in der Stadt Frank­furt. Hier ha­be im re­li­giö­sen Be­reich – be­son­ders durch das Ka­pi­tel am Kai­ser­dom – man­che li­be­ra­le Ten­denz ge­herrscht, die es et­wa in Bi­schofs­städ­ten wie Mainz nicht ge­ge­ben ha­be. Die­se li­be­ra­le Pra­xis war ei­ne po­si­ti­ve Vor­aus­set­zung für die Re­for­ma­tion im 16. Jahr­hun­dert. Frank­furt wur­de sehr bald nach Mar­tin Lut­hers Tod evan­ge­lisch-lut­he­risch. Das ein­zi­ge kat­ho­li­sche Zen­trum der Stadt war da­mals der Kaiserdom.

In un­se­ren Ta­gen – so Dr. Schoen – le­ben wir weit­hin in ei­ner sehr li­be­ra­len und sä­ku­la­ri­sier­ten Ge­sell­schaft, in der die bei­den sog. christ­li­chen Groß­kir­chen an Ein­fluss ver­lo­ren ha­ben. Trotz­dem sind ih­re Exis­tenz und ih­re Ar­beit auf vie­len Ge­bie­ten von un­schätz­ba­rer Be­deu­tung. Die evan­ge­li­sche und die kat­ho­li­sche Kir­che ar­bei­ten auch mit staat­li­chen und po­li­ti­schen Ins­ti­tu­tio­nen zu­sam­men, was sich so­wohl als Vor­teil als auch als Nach­teil her­aus­stellt. Nach­teil des­halb, weil solch ei­ne Ko­ope­ra­tion die öku­me­ni­schen Be­zie­hun­gen zu den hier­zu­lan­de klei­ne­ren Kir­chen be­las­ten kann. Des­halb muss sich die ACK in un­se­rer Zeit neu ori­en­tie­ren und auf die An­lie­gen ih­rer ort­ho­do­xen und frei­kirch­li­chen Mit­glie­der ein­gehen.

Die Re­fe­ren­tin nann­te ei­ni­ge Sach­ge­bie­te, de­ren Be­ar­bei­tung sich die ACK wid­men muss. Dies sind die Be­hand­lun­gen theo­lo­gi­scher Pro­ble­me, die ei­ner Lö­sung be­dür­fen, die Mis­si­on durch un­ser Vor­bild un­ter der Frank­fur­ter Be­völ­ke­rung und der ca­ri­ta­tiv-dia­ko­ni­sche Be­reich. In un­se­ren Ta­gen, da es zahl­rei­che Flücht­lin­ge und Ver­trie­be­ne und auch an­de­re Im­mi­gran­ten gibt, ist die „Will­kom­mens­kul­tur” ein wich­ti­ges Ar­beits­gebiet.

Dr. Schoen nann­te ab­schlie­ßend die Ge­stal­tung des geist­li­chen Le­bens der Chris­ten in ver­schie­de­nen Kon­fes­sio­nen die Prio­ri­tät un­se­res Han­delns. Da­zu sei die Exis­tenz der lo­ka­len ACKs in den Frank­fur­ter Stadt­tei­len emi­nent wich­tig. Es geht dort, wie in Zeils­heim, um die Kul­tur des Dia­logs und des Mit­ein­an­ders im Geist Je­su Christi.

Dr. Wilhelm Platz