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Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Frankfurt am Main-Zeilsheim

Berichte

16.05.2016

Öku­me­ni­scher Pfingst­got­tes­dienst in Zeils­heim

Seit vor über 2000 Jah­ren Je­sus Chris­tus 50 Ta­ge nach sei­ner Auf­er­ste­hung von den To­ten Got­tes hei­li­gen Geist sei­nen in Je­ru­sa­lem ver­sam­mel­ten Apos­teln ge­sandt hat, fei­ern christ­li­che Ge­mein­schaf­ten in zahl­rei­chen Län­dern der Er­de in je­dem Jahr den Ge­burts­tag der Kir­che. Auch in Zeils­heim tra­fen sich am Pfingst­mon­tag im Evan­ge­li­schen Ge­mein­de­zen­trum evan­ge­li­sche und kat­ho­li­sche Chris­ten zu ei­nem fest­li­chen Öku­me­ni­schen Pfingst­got­tes­dienst. Da­zu hat­te die lo­ka­le Ar­beits­ge­mein­schaft Christ­li­cher Kir­chen ein­ge­la­den. Die The­ma­tik der Fei­er lau­te­te „Die Tau­fe – Auf­nah­me in die christ­li­che Kir­che“. Li­tur­gen wa­ren die Pfar­rer Ul­rich Matt­hei und Mar­tin Sauer.

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vor­ne, von links nach rechts: Mi­cha­el Mai­er, Ga­bri­ele Lam­berth, Pfr. Mar­tin Sau­er und Pfr. Ul­rich Matthei
da­hin­ter, rechts au­ßen: Die­ter Jung und, Chris­ta Schleich

Wie be­reits bei frü­he­ren Öku­me­ni­schen Got­tes­diens­ten wur­de kei­ne Pre­digt ge­hal­ten. Vier Ge­mein­de­mit­glie­der tru­gen ei­ge­ne Sta­te­ments zum The­ma „Tau­fe“ vor, in de­nen sie ih­re per­sön­li­chen Er­fah­run­gen zum Ur­sa­kra­ment der Kir­che und zu Sym­bo­len der Tau­fe vor­tru­gen. Mi­cha­el Mai­er be­ton­te die Be­deu­tung des Tauf­was­sers. Er er­in­ner­te an den bib­li­schen Be­richt von der Tau­fe Je­su durch Jo­han­nes den Täu­fer im Jor­dan. Dem Ge­tauf­ten wer­de ein neu­er Weg, ein Weg mit Chris­tus ge­eb­net. Ga­bri­ele Lam­berth brach­te ein Ge­fäß mit Öl. Sie wies dar­auf hin, dass in der Bi­bel von ei­ner Sün­de­rin be­rich­tet wer­de, die Je­sus Chris­tus mit kost­ba­rem Öl die Fü­ße ge­salbt ha­be, weil sie er­kann­te, dass die­ser der wahr­haft Ge­salb­te Got­tes sei. In der kat­ho­li­schen Kir­che wer­de bei der Spen­dung der Tau­fe, bei der Fir­mung und bei der Wei­he von Pries­tern und Bi­schö­fen das Chri­sam ver­wen­det. Chris­ta Schleich brach­te ei­ne bren­nen­de Ker­ze zum Al­tar. In ih­rem Text er­klär­te sie, das Licht ver­trei­be die Fins­ter­nis und wei­se uns in der Dun­kel­heit den rech­ten Weg. „Wir seh­nen uns nach ei­nem Licht, das kein Irr­licht ist, son­dern wärmt, Ge­bor­gen­heit gibt und das Ver­trau­en auf Gott stärkt. So ist die Tauf­ker­ze ein Sym­bol für Je­sus Chris­tus. Er ist un­ser Licht, das Licht der Welt. Er lässt sein Licht in uns leuch­ten“. Die­ter Jung sag­te in sei­nem Sta­te­ment, auch das Kreuz sei ein Tauf­sym­bol und ge­hö­re zur Tau­fe. Er ging der Fra­ge nach, wie Kreuz und Tau­fe zu­sam­men­hän­gen. Da­zu kann man im Rö­mer­brief des Apos­tels Pau­lus le­sen: „Durch die Tau­fe sind wir mit Chris­tus ge­stor­ben und sind da­her auch mit ihm be­gra­ben wor­den. Wenn wir im Tod mit ihm eins ge­wor­den sind, dann wer­den wir auch im Hin­blick auf sei­ne Auf­er­ste­hung mit ihm eins sein“. Die Tau­fe sei also Aus­druck des gött­li­chen Ver­söh­nungs­han­delns durch Kreuz und Auf­er­ste­hung Chris­ti. Pfar­rer Matt­hei hat­te vor den Sta­te­ments grund­sätz­li­che Ge­dan­ken aus der öku­me­ni­schen Mag­de­bur­ger Er­klä­rung von 2007 zi­tiert, in der die Tau­fe als Ur­sa­kra­ment al­ler Chris­ten an­er­kannt wer­de. Die Tau­fe mache deut­lich, dass al­le Emp­fän­ger die­ses Sa­kra­ments über die noch be­ste­hen­den kon­fes­sio­nel­len Un­ter­schie­de hin­weg Kin­der des ei­nen Gottes sind.

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Pfr. Ul­rich Matt­hei bei der Tau­fe von So­phie Edel

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Pfr. Ul­rich Matt­hei und Pfr. Mar­tin Sauer

Der fest­li­che Öku­me­ni­sche Pfingst­got­tes­dienst der Zeils­hei­mer Chris­ten, in dem auch die klei­ne So­phie Edel durch die Tau­fe in die Kir­che auf­ge­nom­men wur­de, war von ei­nem fro­hen Ge­sang der Ge­mein­de um­rahmt. Nach den Für­bit­ten spra­chen die Be­su­cher ge­mein­sam das Va­ter­un­ser. Die bei­den Li­tur­gen er­teil­ten da­nach den fei­er­li­chen Se­gen. Die Pfingst­ge­mein­de traf sich an­schlie­ßend zu ei­nem Im­biss mit freund­schaft­li­chen und in­ter­es­san­ten Be­gegnungen.

Dr. Wilhelm Platz