Logo der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Frankfurt am Main-Zeilsheim

Berichte

01.01.2016

Öku­me­ni­scher Neu­jahrs­got­tes­dienst 2016

Bild zu Text

Vorbereitungsteam

Am ers­ten Tag des neu­en Jah­res tra­fen sich in der kat­ho­li­schen Pfarr­kir­che St. Bart­ho­lo­mä­us evan­ge­li­sche und kat­ho­li­sche Chris­ten zu ei­nem Neu­jahrs­got­tes­dienst, der in Zeils­heim ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on hat. Die Ar­beits­ge­mein­schaft Christ­li­cher Kir­chen (ACK) in un­se­rem Stadt­teil hat­te die Fei­er gründ­lich vor­be­rei­tet und da­zu ein­ge­la­den. Sie stand un­ter der bib­li­schen Jah­res­lo­sung aus dem alt­tes­ta­ment­li­chen Buch Je­sa­ja „Gott spricht: Ich will euch trös­ten wie ei­nen sei­ne Mut­ter tröstet.”

Bild zu Text

Dieter Jung

Auch in die­sem Jahr wur­de der Got­tes­dienst von schö­nen und the­ma­tisch pas­sen­den Lie­dern um­rahmt, die die Got­tes­dienst­be­su­cher freu­dig mit Or­gel­be­glei­tung san­gen. Auf ei­ne Pre­digt hat­ten die Ini­tia­to­ren ver­zich­tet. An­stel­le ei­ner theo­lo­gi­schen Un­ter­wei­sung stan­den ei­ni­ge State­ments, in de­nen kon­kre­te Fra­gen und Pro­ble­me an­hand der Jah­res­lo­sung ent­fal­tet wur­den. Der evan­ge­li­sche Vor­sit­zen­de der ACK Frank­furt am Main-Zeils­heim, Die­ter Jung, leg­te vor dem von Mar­tin Lut­her stam­men­den Ein­gangs­ge­bet sein Ver­ständ­nis vom Be­griff des Se­gens dar. Wäh­rend Se­gens­wor­te meist ober­fläch­lich und ver­welt­licht aus­ge­spro­chen wer­den wie „Mei­nen Se­gen hast du”, was ei­gent­lich kei­ne Zu­wen­dung zum Mit­men­schen be­deu­tet, sag­te der Spre­cher: „Ich bin aber si­cher, Chris­ten den­ken na­tür­lich an den Se­gen, der von Gott kommt…. Da­her hat die­ser gött­li­che Se­gen et­was mit Trost und trös­ten zu tun. ” Zu die­sen Aus­sa­gen trug Rolf Klink­ler ei­ne Le­sung aus dem Buch Je­sa­ja vor.

Bild zu Text

Christa Schleich

Chris­ta Schleich, die kat­ho­li­sche Vor­sit­zen­de der ACK, be­fass­te sich in ih­rem Bei­trag mit der in un­se­ren Ta­gen vi­ru­len­ten Flücht­lings­fra­ge. Sie nann­te die für uns al­le be­droh­li­chen Ter­ror­an­schlä­ge im Zu­sam­men­hang mit der gro­ßen Not, die zahl­rei­che Men­schen aus dem Na­hen Os­ten, aber auch aus an­de­ren Län­dern Af­ri­kas und Asi­ens zum Ver­las­sen ih­rer Hei­mat ge­zwu­ngen ha­ben. „Ge­gen die zahl­rei­chen Ängs­te, die auch uns Deut­sche be­un­ru­hi­gen, steht die dies­jäh­ri­ge Jah­res­lo­sung. Wir kön­nen den Flücht­lin­gen, die nach Deutsch­land kom­men und sich bei uns ei­ne neue Exis­tenz schaf­fen wol­len, sa­gen ‚Habt kei­ne Angst, es wird al­les gut’.”

Im Neu­jahrs­got­tes­dienst ging es auch um die Hoff­nung. Frau An­ge­li­ka Lei­pold wies dar­auf hin, dass die in Gott ge­grün­de­te Hoff­nung un­se­re Angst be­siegt. „Ich hof­fe auf ei­ne an­de­re Welt oh­ne Hass und In­tri­gen, in der die Wahr­heit zählt und nicht nur Neid und Lü­gen...Ich hof­fe auf Ge­rech­tig­keit, die un­ter den Men­schen lebt.”

Bild zu Text

Pfr. Matthei und Pfr. Enke

Pfar­rer Ul­rich Mat­thei ging in sei­ner Dar­le­gung noch­mals auf die Jah­res­lo­sung ein. Er führ­te aus: „Nach al­len Krie­gen, dem Ter­ror und der Ge­walt sehnt sich die Mensch­heit nach dem wah­ren Frie­den. Die­ser Frie­de ist uns be­reits in Je­sus Chris­tus ver­hei­ßen…. In Je­sus Chris­tus wird uns das Heil Got­tes zu­ge­spro­chen”. Pfar­rer Chris­ti­an En­ke be­han­del­te das The­ma „Trost und Trös­ten”. Im Zen­trum sei­nes State­ments stand der Um­gang mit der Trau­er von Men­schen, de­nen wir Chris­ten uns be­son­ders zu­wen­den müss­ten. Er be­rich­te­te über sei­ne seel­sorg­li­che Ar­beit, in der die Be­geg­nung mit trau­ri­gen Men­schen ei­ne nicht un­er­heb­li­che Rol­le spielt. Sei­ne Aus­sa­ge trifft aus Sicht der Chris­ten den Kern des Pro­blems: „Nur des­halb kann ich gern Trau­ern­de be­su­chen und ih­re An­ge­hö­ri­gen trös­ten – ich ha­be näm­lich ei­ne Fro­he Bot­schaft dabei”.

Die Für­bit­ten im Got­tes­dienst fass­ten die Aus­sa­gen der State­ments zu­sam­men. Nach dem ge­mein­sa­men Ge­bet des Va­ter­un­sers er­teil­ten bei­de Pfar­rer den Se­gen. Nach den zu­meist sehr erns­ten Aus­sa­gen der Fei­er kam wie­der Zu­ver­sicht auf. Al­le san­gen be­geis­tert das Weih­nachts­lied „O du fröh­li­che”. An­schlie­ßend tra­fen sich vie­le Be­su­cher im kat­ho­li­schen Pfarr­ge­mein­de­zen­trum zu Ge­sprä­chen und zum Aus­tausch von Glück­wün­schen zum neu­en Jahr 2016.

Dr. Wilhelm Platz